Archiv für die Kategorie ‘strategie’


Sonntag, 26. Februar 2012

In diesen Tagen kommt man nicht umhin, sich den neuen Online-Shop von MediaMarkt einmal näher anzusehen. Es werden wie üblich Millionen in Fernsehwerbung gepumpt und als Profi fragt man sich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, zunächst ein paar Euros mehr in den Shop selbst zu stecken. Alles in allem befindet sich dieser von der Qualität her eher auf dem Niveau eines Mittelständlers, der für kleines Geld den Freund eines Freundes mit dessen Umsetzung beauftragt hat.

Daher heute ein Worst-Practise-Beispiel was so alles schiefgehen kann und warum so ein Shop mehr ist, als einfach ein paar Produkte ins Internet zu stellen und mit einem “Jetzt-Kaufen” Button zu versehen. Es gibt so viele handwerkliche und strategische Fehler, dass ich mich in diesem kurzen Beitrag auf die Highlights beschränke – alle Details finden Sie in der einschlägigen Fachpresse.

  1. Alte Domain mit guten Rankings für Begriffe wie “Playstation” u.ä. wurde einfach unter den Tisch fallen gelassen, anstatt diese gut gerankten Seiten gezielt zu analysieren und auch zukünftig für den Shop beizubehalten wurde einfach tabula rasa gemacht
  2. Navigationskonzept ist ein Chaos: Es wird eine horizontale und gedoppelt vertikale Navigation verwendet, die aber inhaltlich nicht konsistent ist – z.B. fehlt der Punkt “Spielekonsolen” in der horizontalen Variante und wer Computersoftware sucht, diese unter “Computer & Büro” vermutet, wird sich wundern und viel klicken müssen bis er am Ziel ist
  3. Die Anzahl der Artikel ist lächerlich für einen Online-Shop dieser Größe, es sind ca. 2500 Artikel online – jeder Markt vor Ort bietet ein Vielfaches davon an Auswahl (sprich man kann sich die Suche, ob es das gewünschte Produkt ggf. im MM Online-Shop gibt getrost sparen)
  4. Es soll wohl offensichtlich gar nicht online verkauft werden, die Abholung in der Filiale ist im Bestellprozess voreingestellt (so mancher wird dies übersehen und sich wundern, warum der Paketdienst nicht klingelt)
  5. Um diese “Strategie” zu unterstreichen werden Versandkosten erhoben, die spätestens seit amazon in diesem Bereich nicht mehr zeitgemäß sind (Liebes Management: Es geht nicht darum, den Käufer zwischem MM online und offline zu verteilen, sondern zuallererst einmal dafür zu Sorgen, dass er überhaupt erst bei MM und nicht etwa bei der Konkurrenz im Web kauft…mal drüber nachdenken und über das eigene Universum hinausblicken…)
  6. Der Bestellprozess ist was die Usability angeht der Witz der Woche, jede Standardsoftware bekommt das besser hin – ja und kluge Shop-Betreiber haben auch entdeckt, dass man den Kunden nicht mehr zwingt das 300. Kundenkonto zu eröffnen durch einen Registrierungszwang…denn das kostet massiv CONVERSION (dieses Wort einfach mal nachschlagen, das wird in Zukunft sicherlich ohnehin Tagesthema im MM-Management…)
  7. Die Suchfunktion ist ebenso gruselig, fündig wird man da genau wie über die Navigation kaum
  8. Und noch drei Dutzend weitere haarsträubende Fehler….

Insofern ist es MM gelungen, den Shop so unattraktiv zu machen, dass die Kunden lieber in den stationären Handel gehen. Oder aber zur Online Konkurrenz…bei amazon.de dürften zum Launch des Shops des Wettbewerbers die Korken geknallt haben, was besseres hätte denen gar nicht passieren können!

In diesem Sinne: Was lang währt, wird leider nicht immer gut. Mediamarkt: Seid Ihr denn blöd???

Ihr

Alexander Zotz

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Donnerstag, 23. September 2010

Aus aktuellem Anlaß gibt es mit diesem Eintrag mal keinen nützlichen Tipp, sondern einen Blick hinter die Kulissen der Werbetreibenden im Internet. Geht es Ihnen auch so, dass manchmal eine Flut von Werbebannern über Sie hereinbricht egal wo Sie sich gerade im Netz tummeln – und zwar alle von den gleichen Anbietern? Zufall? Nein!

In den letzten Tagen habe ich auf der Suche nach Klamotten für den Winter mehrere Anbieter im Internet besucht, unter anderem den Shop von C&A und Zalando. Und plötzlich, wie durch Geisterhand, schreien mich seitdem Werbebanner genau dieser beiden Anbieter an. Und zwar auf sonstigen Portalen wie z.B. beim täglichen Check der lokalen Nachrichten auf den Seiten der Rheinischen Post. Na ja die machen halt verstärkt Werbung, mag der ein oder andere denken. Schön wär’s!

Denn diese Werbung ist personalisiert, d.h. beim Besuch der Shops wurde auf meinem Rechner ein sog. Cookie gespeichert. Eine kleine, meist nützliche Textdatei die z.B. dazu dient Formulare nicht immer neu ausfüllen zu müssen oder bei amazon mit Namen begrüßt zu werden. Werbetreibende setzen diese Cookies jedoch auch gezielt ein, um potentielle Kunden immer und immer wieder mit eigener Werbung anzusprechen. Der Marketingprofi weiß, dass es im Durchschnitt 7 Kontakte benötigt bis ein Kunde kauft. Diese Cookies der Anbieter werden dann von den Portalen ausgelesen, auf denen Sie sich informieren was in der Welt draußen so los ist. Und durch die Information “Der war schonmal im Shop von C&A” werden Ihnen prompt auch nur noch die Werbebanner von C&A eingeblendet – von Marketingprofis genau geplant – mit Zufall hat dies längst nichts mehr zu tun. Frequency Cap ist das Zauberwort hierzu.

Mich nervt das inzwischen tierisch, müßte ich nicht von berufswegen Werbung gucken, hätte ich längst eine Werbeblocker installiert. Auf die Spitze getrieben wird dies von Zalando, was aber nicht dazu führt dass ich dort kaufe. Zum einen wird das Sortiment nicht besser, auch nicht wenn man mich zum fünften Mal anschreit dort etwas zu kaufen. Zum anderen wirft dieser Anbieter mit Gutscheinen und Rabatten nur so um sich (das letzte aufbäumen eines toten Patienten?), 20% Rabatt, 35 EUR Rabatt und und und.

Das zeigt mir als Nutzer nur eines: Vollkommen überhöhte reguläre Preise, wer zum normalen Preis kauft ist dumm! Einen kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre kann ich mir dabei auch nicht verkneifen – als kleinen Tipp sozusagen: Durch zuviele Rabattaktionen (oder stetig sinkende Preise in der VWL) wird das Gegenteil vom Kauf ausgelöst: der Käufer zögert, weil er Angst hat dass es die gleiche Ware doch noch etwas günstiger geben könnte und er draufzahlt, wenn er jetzt gleich kauft. Kaufzurückhaltung im Fachchinesisch genannt. Und genau so geht es mir nun…

Ein Glück, dass die Sonne wieder da ist und die Winterjacke daher nicht sofort gekauft werden muß! :-)

Ihr

Alexander Zotz

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Dienstag, 13. Juli 2010

Soeben ist mir ein echt toller Newsletter zugegangen, der alles, aber auch wirklich alles, auf den Punkt bringt was es zum Hype-Thema Social Media zu sagen gibt. Social Media dient der Imagebildung und Bekanntheit, aber nicht dem Verkauf bzw. der direkten Kundengewinnung als solchem! :-)

Bitte lesen Sie hierzu den Original-Auszug des Newsletters aus der Xing-Gruppe “Methoden des Vertriebserfolgs”:

Das Internet hat in den letzten Jahren durch das Upgrade „Web 2.0“ massiv an Vielfalt und Interaktionsmöglichkeit gewonnen. Es ermöglicht nun einen ungleich vielfältigeren Dialog rund um Produkte, Dienstleistungen, Erfahrungen, Erlebnisse usw.

SOCIAL MEDIA ist deshalb natürlich in aller Munde und tritt zunehmend in Konkurrenz zur klassischen, unternehmensgesteuerten Werbung. Der Endverbraucher greift damit aktiv in den Prozess der Markenkommunikation ein. Für Unternehmen birgt das zwar einige Risiken, vor allem aber auch Chancen. Meinungsäußerungen zu Produkten und Marken können aufgrund ihrer Authentizität und Glaubwürdigkeit besser überzeugen als klassische Werbung und bieten Interessierten zudem Orientierung und mehr Transparenz.

Gleichwohl stellt ist es für viele langjährig bestehende Unternehmen schwierig, ihre vorhandenen Kundenkontakte sinnvoll ins SOCIAL WEB zu übertragen und daraus dann auch echte Mehrwerte für alle Seiten zu generieren. Denn darauf kommt es aus unserer Sicht an. Eine Facebook-Seite nur um der Facebook-Seite Willen, ist wohl eher eine sinnlose Facebook-Seite.

Und die zwei Kernfragen im Gruppenkontext sind:

1. Ist SOCIAL MEDIA als Verkaufsinstrument geeignet?

Wir meinen NEIN. Verkaufen werden immer Verkäufer. In einem Geschäft, in einem Büro, bei uns zu Hause oder in einem virtuellen Verkaufsraum. Es ist schwer vorstellbar, dass sich jemand beispielsweise bei Facebook registriert, um etwas zu kaufen. Zumindest nicht direkt.
SOCIAL MEDIA sind Plattformen für Communities, die sich mit Produkten, Unternehmen und anderen Themen kritisch auseinander setzen und darüber Inhalte produzieren. Es werden persönliche Erfahrungen weitergegeben die dann zu einem Verkauf führen KÖNNEN.

SOCIAL MEDIA ist ein Kommunikationsinstrument, kein Verkaufsinstrument, kein Werbeinstrument.

Nicht viel anders als normale Gespräche, oder?

2. Ist SOCIAL MEDIA für die Job- und Personalsuche geeignet?

Wir meinen JA. Web 2.0-Plattformen wie XING, Facebook oder LinkedIn werden die Strukturen im Recruiting nachhaltig verändern. 72 Prozent der Unternehmen planen, in Zukunft stärker in sozialen Netzwerken zu rekrutieren. Der zunehmende Fachkräftemangel zwingt vor allem spezialisierte Firmen, ihr Employer-Branding auf den entsprechenden Plattformen auszubauen.

Uns interessiert wie immer Ihre persönliche Meinung. Schreiben Sie was Sie zu diesem brandaktuellen Thema an Erfahrungen gesammelt haben und wie Sie mit dem Thema umgehen.

Eine erfolgreiche wünscht Ihnen

Ihr
Michael L*


Dieser Newsletter wurde von Moderator Michael L* für die Gruppe “Methoden des Vertriebserfolgs” verfasst.

Besuchen Sie hier die Gruppe: http://www.xing.com/net/vertriebserfolg/

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Donnerstag, 08. Juli 2010

Was sind Sitelinks für Google Adwords?

Mit Sitelinks werden Links bezeichnet, die z.B. in einer Google Adwords Anzeige zusätzlich zur normalen Verlinkung angezeigt werden. Dies bietet die Möglichkeit z.B. direkt in die wichtigsten Bereiche der dahinter liegenden Homepage hinein zu verlinken, also einen sog. Deeplink zu setzen. Wenn Sie sich etwa an Unternehmen und auch Privatleute richten, findet jeder schon in der Google Adwords Anzeige den richtigen Weg zu “seinem” speziellen Bereich. Auf diese Weise können Zielgruppen noch besser und individueller angesprochen werden.

Bisher gab es Sitelinks bereits in den normalen Suchergebnissen, allerdings nur für Websites die besonders wichtig und groß waren – z.B. bei großen Unternehmen. Diesen hat Google es ermöglicht quasi einen Teil Ihrer Navigation bzw. spezielle Angebote bereits ganz vorne in der Google Suche anzuzeigen. Im Rahmen von Adwords war dies bisher ebenfalls für große Kunden mit starken Marken möglich.

Nun kann diese nützlichen Sitelinks Jedermann nutzen – solang er die Anzeige mit dem höchsten Anzeigenrang besitzt. Einfach ausgedrückt: Wer auf Position 1 steht (und den entsprechenden Klickpreis dafür bezahlt), der kann sein eigenes Angebot umfassender darstellen als alle anderen Konkurrent im normalen Anzeigeformat. Vorteil: Noch stärkere optische Präsenz und mehr Klicks. Nachteil: Dieses muß durch Pos. 1 unter allen Adwords Anzeigen quasi “erkauft” bzw. über den Qualitätsfaktor erarbeitet werden.

Weitere Informationen und Beispiele finden Sie hier

Kunden von az online marketing profitieren natürlich automatisch von dieser Änderung, dort wo es sinnvoll (und nicht zu teuer) ist, nutzen wir diese Erweiterung sehr gerne!

Ihr

Alexander Zotz

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Mittwoch, 26. Mai 2010

Telegate Media…oder wie man Google Adwords Kunden vergrault!

In dieser Woche möchte ich Ihnen einen Fall schildern, der mir gerade vor ein paar Tagen begegnet ist: Ein frustrierter Kunde, der sich von einem sog. “Mediaberater” der Telegate Media das blaue vom Himmel bzw. bei Google hat versprechen lassen. Die Telegate Media ist übrigens sog. “autorisierter Reseller” von Google Adwords in Deutschland…wobei sich meiner Meinung nach Google keinen Gefallen damit tut, den Leuten systematisch vorzuführen, dass Adwords Anzeigen nur rausgeworfenes Geld sind. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall, wenn ein echter Profi die Betreuung etc. des Adwords Accounts übernimmt.

Aber zu den Fakten zurück: Telegate Media (besser bekannt unter Klicktel bzw 11880) bietet den Kunden, die sich für einen Eintrag in den Auskunftsdatenbanken interessieren als optionale Möglichkeit auch Anzeigen bei Google Adwords an. Wobei man statt “bietet an” auch “drängt auf” sagen könnte – bei mir hat man es übrigens auch schon versucht! Am Telefon wird den Kunden soviel tolles in Sachen Google versprochen, dass ich darauf an dieser Stelle gar nicht näher eingehen möchte. Fakt ist, dass man das Adwords Paket ab 49,90 EUR buchen kann, sodass Anzeigen bei Google für einen geschaltet werden. Laufzeit 12 oder mehr Monate und bitte 3 Monate vor Ablauf kündigen, wer die Schnauze voll hat. Zum Zusammenhang zwischen der Seriösität bzw. dem Erfolg von Angeboten liegt ein älterer Eintrag in diesem Blog vor, den Sie hier finden. Auf den Punkt gebracht: Wer durch seine Dienstleistung seine Kunden zufrieden stellt, braucht keine Vertragslaufzeiten! :-)

49,90 EUR? Das ist doch ein Schnäppchen, oder? Und das inklusive des Aufwandes für laufende Betreuung & Optimierung und des eigentlichen Budgets für die Google Anzeigen, die pro Klick mit um 2 EUR z.B. für einen Steuerberater zu Buche schlagen. Rechnen wir mal nach und gehen davon aus, dass die Betreuung und Optimierung von einem edlen Ritter gratis erbracht wird und nur Google daran “verdient” 50:2 = 25 Klicks (=Besucher für die eigene Homepage) pro Monat. Haben wir also 25 Besucher, von denen aber selbst bei hochprofessionell aufgesetzten Kampagnen und Homepage nur 1 oder 2 überhaupt zum Telefon greifen, um z.B. den Steuerberater anzurufen. Denn nicht allen gefällt die Homepage, die Nase des Steuerberaters etc. FAZIT: Monatliche Ausgaben in Höhe von 50 EUR für nix (im kleinsten Paket!), über 12 Monate hinweg macht 600 EUR. Stolzes Sümmchen, oder?

Diese 600 EUR in Händen eines Adwords Profis, der Sie ganz gezielt betreut und nicht nur ein Callcenter-Verkäufer bzw. “Mediaberater” ist, würde Ihnen tatsächlich einige Kunden bringen. Das Mittel meiner eigenen Kunden aus dem Bereich der Steuerberater genommen, so ca. 5-10 Stück. Und somit eine sehr lohnende Investition, um neue Mandanten zu gewinnen!

Weitere Informationen und Meinungen von ehemaligen Kunden finden Sie hier

Bitte entschuldigen Sie, aber auch diese Woche ist wieder eine “Was nichts kostet ist nichts”-Woche in Sachen Internetdienstleistungen. Treue Leser kennen diese Weisheit ja schon aus den Bereichen der Suchmaschinenoptimierung und des Webdesigns. Haben wir einmal mehr die Bestätigung und sagen Dankeschön an die Telegate Media!

Erfolgreiche Werbung ist kein Schnäppchen, aber eine lohnende Investition zum fairen Preis!

Alexander Zotz

PS: Für alle Profis – der Kunde erhält sogar eine sog. “Auswertung”: Eine A4 Seite, auf der im vorliegenden Fall steht “Ihre Anzeige wurde 7776 potentiellen Kunden angezeigt”. Damit sind die Impressions gemeint, die Bezeichnung potentielle Kunden ist m.E. lächerlich bis unverschämt (wenn ich mit einem Plakat quer durch die Innenstadt laufe, kann ich auch nicht von potentiellen Kunden sprechen). Und “46 potentielle Kunden haben auf Ihre Anzeige geklickt” (=Klicks). Macht eine overall Klickrate (CTR) von 0,59 % an der man ablesen kann wie schlecht das Konto dahinter geführt ist. Sicherlich lassen sich nicht immer hohe CTRs erzielen, aber eine 2, 3 oder höher sollte schon vor dem Komma stehen, wenn das Konto professionell geführt wird! :-)

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